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Erlebnisbericht Ironman Hawaii Martin Wonke

Ich bin immer noch sehr überwältigt aber auch total erschöpft von diesem Rennen. Vieles lässt sich schlecht beschreiben - man muss das einfach am eigenen Leib spüren.

Die Rennwoche vor dem großen Tag ist schon was ganz Besonderes. So viele Triathleten und Sportverrückte und jeden Tag ein anderes Event. Dazu die Zeitumstellung und das Klima. Am Renntag selbst war ich erstaunlich locker und wenig aufgeregt - vielleicht auch, weil ich mir Kona als Zugabe und als Lohn für die lange Saison vorgenommen habe. Vor dem Start fand ich diese Stille vor dem Kanonenschlag gigantisch. Ich hatte noch einen letzten Blick zu Pier und der Mauer genommen - alles voller Menschen! Gänsehaut pur. Dann der Knall und die berühmteste Waschmaschine ging auf Schleudertour.

Das Schwimmen habe ich erstaunlich gut überstanden. Nach dem Wechsel aufs Rad kam ich erst schwer in Tritt. Immer wieder Gruppen, in die ich aufgefahren oder von denen ich eingeholt worden bin. Habe aber versucht mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und fair mein Rennen abzuspulen.

Ab Kawaihea bis Hawi hat sich dann das Feld zerlegt und ich konnte komplett mein Rennen machen und einsammeln. Von Hawi zurück nach Kona war es erstaunlich windstill und ich konnte über 40km/h fahren und mein Rad nach 4:47 Std. am Pier abstellen.

In den Laufschuhen konnte ich auf dem Ali’i Drive schnell meinen Rhythmus finden. Ab jetzt hieß es kühlen, trinken und verpflegen. Locker bleiben bis ich die Palani oben bin, war die Devise. Der Weg über den Queen K bis ins berüchtigte Energy Lab schien aber eine Ewigkeit zu sein. Es wurde immer schwieriger bei dieser Hitze den Körper kühl zu halten. Im Lab hatte ich dann Hawaii richtig zugeschlagen und ich musste wirklich Kämpfen. Zurück auf dem Highway hatte ich dann immer wieder mit der Hitze zu kämpfen - ich merkte auch, dass die Beine immer schwerer wurden. Immer wieder versuchte ich mit Eis Kühlung zu bekommen. Nur noch bis zur Palani bei km40, dann geht es nur noch bergab war das Ziel. Aber dieses Bergabstück hat mich völlig zerlegt. Die letzten 1,5km waren die Hölle. Das Ziel konnte ich schon hören. Ich konnte nur noch humpel, so waren die Beine dicht. Erst auf dem Ali’ Drive zurück, die letzten Meter unter dem großen Banyan Tree bis ins Ziel war alles weg. Für diese letzten Meter habe ich lange gearbeitet und gekämpft - nicht nur im Rennen sondern auch im Training. Als ich die Worte „You are an Ironman“ hörte, habe ich den Gefühlen freien Lauf gelassen.

Die Qualen, der Kampf und die Schmerzen bleiben unvergessen, die Zieleinlauf noch mehr. Es hat sich jeder Meter gelohnt und ich bin froh auch die harte Seite erleben zu dürfen. Ich komme hier sicher wieder. Wann kann ich noch nicht sagen aber das war nicht das letzte Mal in Kona.

Grüße

Martin